Fazit

Es ist knapp zwei Wochen her, seit das Flugzeug aus Bangkok in Zürich gelandet ist, und ich fühle mich immer noch, wie einen halben Meter über dem Boden schwebend. Schön, dass ich noch nicht ganz mit dem kalten Asphalt der Wirklichkeit in Berührung gekommen bin, aber auch schwierig. Langsam verzieht sich der romantisierende Nebel des Reisens und der kalte Winterwind treibt mir den Schnee in die Augen. Kalt, unbarmherzig, klamm, unerbittlich. Wie hätte es auch anders kommen können: Ich bin krank geworden. Natürlich. Nun sitze ich also hier, in meinem wunderbaren, wohl umsorgten Übergangszuhause und schnäuze, trinke Tee und schreibe – wenn ich nicht gerade schlafe.

Es wird noch dauern, bis ich wieder eingerichtet bin, schließlich muss ich all die Fäden wieder aufnehmen, die bei meiner Abreise wohl gerissen sind. All die Lager wieder aufbauen, die ich abgebrochen habe, bevor ich gegangen bin. Ein paar Beziehungen werden woanders wieder angeknöpft, sie haben sich verändert, oder besser: Ich habe mich verändert. Ich habe Dinge über mich gelernt, die mich vielleicht selbst erstaunt haben, in ihrer Härte, ihrer Endgültigkeit. Ich denke nicht, dass es eine besonders spezielle Erfahrung ist, sondern viel mehr eine, die wohl jeder macht, der sich alleine von zuhause wegbewegt. Man ist unterwegs, bleibt nie lange am gleichen Ort, und wenn, dann ganz alleine weil man es will. Man kann sich die Menschen, mit denen man zu tun hat, auswählen, jeden Tag. Alle Entscheidungen, die man trifft, trifft man nur für sich und ohne Rücksicht oder Einrechnung Dritter. Man beginnt damit, seine Gefühle und Probleme gerade dem anzuvertrauen, der da ist und sich dazu eignet, man verteilt seine zwischenmenschlichen Beziehungen auf verschiedene Personen und lässt sie meist nur so tief gehen, wie es in einer oder zwei Wochen eben geht.

Es ist nicht so, dass alle Bekanntschaften dieser Reise oberflächlich waren, bestimmt nicht. Es ist durchaus sehr gut möglich, jemanden in einer Woche so gut kennenzulernen, dass man sich diesem Menschen sehr verbunden fühlt und dieses Gefühl auch nicht so schnell verliert. Trotzdem entbehrt sich die Reisezeit einem Alltag und damit auch einem geregelten, profanen und damit auch fundierten und länger andauernden Zustand der Zweisamkeit, der geregelten Gleichmäßigkeit, der Sicherheit.

Was ich über mich gelernt habe, ist, dass ich noch lange nicht an dem Punkt angelangt bin, an dem ich mich nach solch einer Gleichmäßigkeit sehne. Ich bin schlichtweg noch nicht da angekommen, wo ich aufhören will zu suchen. Ich fühle mich immer noch jung und unerfahren. Ich habe immer noch keine Ahnung und jede Menge Spaß dabei.

Aber eben. Ich schwebe ja auch noch einen halben Meter über dem Boden. Vielleicht bin ich in zwei Wochen schon wieder auf einem anderen Kurs und bin dabei, zu vergessen, was ich über mich gelernt habe. Das hab ich nämlich auch gelernt: Dass ich ziemlich schnell vergesse, wie überzeugt ich von etwas anderem war.

7.12. – 6.1.2015

Als erstes gleich mal ein Sorry für die fehlenden Blogeinträge und fehlenden Fotos. Ich hoffe ihr hattet tolle Festtage und habt selber so viel Stress gehabt und erlebt, dass es euch gar nicht aufgefallen ist 🙂 Nun, das mit den Fotos muss warten. Ich habe mehrmals versucht sie mit meinem Laptop in Form zu bringen um sie mit euch zu teilen, aber leider war das einfach unmöglich, weil er jedes Mal, wenn ich etwas öffnen wollte, abgestürzt ist. Ein Ding mehr, das in der Schweiz auf mich wartet: einen neuen Laptop besorgen. Als ob mir nicht schon genug Dinge einfallen, die ich erledigen muss, sobald ich auch nur einen Fuss ins Alpenparadies gesetzt habe. Aber das ist ein anderes Thema. Kommen wir zuerst zu meiner Nacherzählung.

Ich habe euch das letzte Mal aus Kep geschrieben. Dort hatte ich wirklich eine wunderbare Zeit. Aber wie alles, was schön ist, musste auch die Kepära zu Ende gehen. Und zwar mit einem grossen Knall. Nach diesem grossen Knall waren alle ziemlich betrunken und gingen für kurze Zeit zu Bett. Morgens um 6 traf man sich nämlich bereits wieder an der Rezeption/Bar/Restaurant. Man, das waren Jo, der Besitzer des Kepmandou, der ebenfalls nach Bangkok reiste, weil er am darauffolgenden Tag seine Verlobung zu feiern gedachte. Nathan, einer der Jungs, die in der Schule gearbeitet hatte und bald nach Hause flog. Ben, der weiterreiste und zwei andere Typen, deren Namen ich schändlicherweise vergessen habe; der eine Koch im Kepmandou, der andere sein Bruder, beide als Gäste der Verlobung.

Jo hatte einen Bus organisiert, der uns um halb 7 abholen und bis zur Grenze fahren sollte. Dort war der Grenzübertritt zu Fuss, eine kleine Busfahrt zum nächsten Busbahnhof und dann eine Busfahrt nach Bangkok geplant.
Um zwanzig vor 7 wurde Jo unruhig und ging nervös auf und ab. Um viertel vor 7 rief er das erste Mal den Kambodschaner an, der den Minivan organisiert hatte und redete in einem verkaterten und nicht sehr erfreuten Tonfall auf ihn ein. Wir anderen lagen, standen oder lehnten mehr oder weniger halbtot irgendwo herum und versuchten, nicht daran zu denken, dass wir den ganzen Tag in einem sich bewegenden Objekt hinter uns bringen mussten. Ich versuchte meinen Magen mit Bananen und Wasser zu beruhigen, Nathan und Ben frönten dem Katerbier. Jo schrie mittlerweile in das kleine Mobiltelefon hinein und steigerte sich in eine solche Rage, dass sein Kopf ganz rot wurde. Der Koch lachte. Wir schlossen uns an. Was für eine Situation. Als Jo aufgelegt hatte, kam er mit frustriertem Gesichtsausdruck zurück und erklärte in entnervtem Ton, dass Kambodschaner nicht zuverlässig seien. Warum der Bus Verspätung hatte, wusste freilich niemand, denn es war ja der erste am Morgen. Wir waren aber alle noch zu betrunken vom Vorabend (Nathan und Ben und ich ein bisschen), zu müde (ich) oder schon wieder zu bekifft (Koch und Bruder) um uns Sorgen zu machen. Als der Bus um halb 8 immer noch nicht vorgefahren war, stand Jo am Abgrund seiner Existenz. Er hackte mit einer solchen Intensität die Nummer des Kambodschaners in die Tastatur seines Handys, als wolle er damit schon einmal demonstrieren, was mit ebenjenem Gesicht passieren würde, wenn er dann endlich mal aufkreuzte. Dann schrie und tobte er unermüdlich. Uns war das Lachen mittlerweile vergangen, das nahm ja ernsthaft unangenehme Ausmasse an. Wir versuchten Jo zu beruhigen, immerhin waren wir hier nicht in Frankreich oder Europa, sondern in Kambodscha und da geht halt sowas nie, wie man es will.
Um circa halb 9 fuhr dann endlich ein Bus vor: Es war ein alter, dunkelgrüner Minibus, dessen Lack an vielen Stellen abgeblättert war. Darunter war er Rostrot. Die Frontscheibe hatte ein paar Sprünge, vermutlich von einem Stein, der einmal gegen die Windschutzscheibe geflogen war. Auf dem Dach des Minibusses war – vorne und hinten ungefähr jeweils 1,5 Meter überhängend – ein Longtailboot befestigt unter dessen Gewicht die Stossdämpfer des Busses bei jedem noch so kleinen Steinchen erschöpft ächzten. In dem Bus befanden sich bereits vier Einheimische, die ihre Köpfe aus den offenen Fenstern streckten, um frische Luft zu bekommen.
Jo verlor nun alles, was er an Contenance noch übrig gehabt hatte. Währenddem er tobte und wütete, verabschiedete ich mich schweren Herzens von all meinen neuen Freunden und stieg in den Bus. Wir fuhren los und nach ca. 500 Metern hielten wir noch einmal an, um noch mehr Leute mitzunehmen. Jo hatte sich mittlerweile noch nicht beruhigt, und die erneute Verzögerung, sowie die Unanehmlichkeiten durch Platzmangel liessen ihn regelrecht explodieren. Aber nun griff der Koch ein und ermahnte ihn, nicht so mit den Einheimischen umzuspringen, weil sie sonst das Hostel bei ihrer Rückkehr gleich zumachen könnten. Also schwieg Jo. Zwar wiederwillig, aber er schwieg.

Da Nathan und Ben, die mittlerweile bei ihrem vierten Katerbier angelangt waren und sich in die Richtung einer Partybuscrew entwickelten, ständig Salz in seine Wunden streuten und ihn provozierten, wo sie nur konnten, hatte ich ein wenig Angst, dass es noch einmal zur Eskalation kommen könnte. Aber Jo blieb still. Ich könnte aber schwören, ein wenig Rauch über seinem Kopf gesehen zu haben.
Nun, die Reise war lang. Sehr lang. Mit einigen Zwischenstopps (um die Polizei zu bezahlen, um zu essen, um zu tanken, um die Polizei zu bezahlen, um zu pinkeln, um die Polizei zu bezahlen, um das Longtailboot abzugeben und um die Polizei zu bezahlen) erreichten wir dann die Grenze. Dort wurden wir aus den Bus geworfen (schon fast) und gingen zu dem Abmeldeschalter. Warten. Stempel. Weitergehen. An der Thailändischen Grenze dann Formulare ausfüllen. Warten. Stempel. Weitergehen. Auf der anderen Seite angekommen, suchten wir nach dem Busfahrunternehmen und setzte uns auf eine Treppe, um der Hitze zu entkommen. Kaum hatte mein Hintern den Boden berührt, tauchte ein mies dreinschauender Thailänder vor uns auf und schrie Ben an: „YOU HAVE TICKET!!?“ Ben sagte „Why do you talk to me like this? You can be friendly, I did nothing wrong.“ Statt zu antworten, entriss ihm der Typ das Ticket, starrte wütend drauf und sagte dann böse: „You have Ticket, you go there and wait. No wait here!“ Also standen wir auf und gingen zwei Meter weiter um uns da hinzusetzen. Kaum hatten wir uns hingesetzt kam ein anderer Typ und sprach in ähnlich wütendem, sehr unfreundlichen Ton: „You go Bangkok?! So why you sit here? Go in the Bus!“ Wtf? Hatten wir was verpasst? Ich kam mir dumm vor, war aber zu müde um mich aufzuregen. Also luden wir unsere Rucksäcke in den Kofferraum. Dabei stand der Typ daneben und schaute vergnügt zu, wie ich meinen Rucksack nur mit Mühe hochheben konnte. Anstatt mir zu helfen feixte er mich frech an. Arschloch, dachte ich, sagte aber nichts. Als wir 5 Minuten im Bus sassen, ging die Tür erneut auf und in einem Tonfall, den ich in keiner erdenklichen Situation als angemessen betrachte, wurde uns befohlen, auszusteigen und unsere Taschen anders einzuladen. Ich weigerte mich. „Why you pack like this? Is shit!“, sagte der Typ und schaute mich herausfordernd an. Ich sagte: „Then why didn’t you do something yourself? How were we supposed to do it then?“ „How?“ fragte er ungläubig. „Not like this!“ „Do it yourself when you know so much better.“ Er tat es dann auch nochmal selber. Lud alles aus und alles wieder ein. Dann schaute er mich selbsgefällig an und sagte: „You do like this next time.“ Nun, in diesem Moment war ich so weit provoziert, dass ich ihm gerne seine Scheissfresse poliert hätte (entschuldigung für die hässliche Ausdrucksweise). Aber Ben beschwichtigte mich. Er ist es nicht wert. Es ist doch egal. Und ja, eigentlich ist es ja egal. Als wir endlich losfuhren, kam der Arsch dann auch nicht mit.
Wir fuhren mit dem Bus, dann mit einem kleinen Taxipickup und dann nochmal mit einem Minivan. Mitten auf dem Highway, und damit meine ich wirklich in der Mitte der Strasse – nicht etwa am Rand – liess uns der Fahrer dann raus. Wir überquerten unter Lebensgefahr die vielbefahrene, fünfspurige Strasse und nahmen ein Taxi ins Stadtinnere. Um circa halb 10 Uhr abends waren wir am Ziel.
Ich checkte in ein kleines, ein wenig schäbiges Hostel ein und ging gleich ins Bett. Am nächsten Tag traf ich mich mit Nathan und Ben. Wir verbrachten den Abend zusammen, tranken ein paar Bier, gönnten uns eine Massage und waren dann so durch, dass wir uns zu unseren Hostels schleppten, um in einen tiefen Schlaf zu fallen. Für mich war die Nacht sehr kurz, weil ich morgens um 7 am Flughafen sein wollte, um meine bessere Hälfte abzuholen. Es ging mir dementsprechend schlecht. Nach dem langen Warten gings dann also zurück ins Hostel und nochmal schlafen. Die ersten Tage nach seiner Ankunft habe ich nicht viel zu berichten. Wir sind tagsüber ein bisschen rumgegurkt, das ist alles. Dann entschlossen wir uns dazu, nach Phuket zu reisen. Dort gingen wir nach Patong Beach, wo wir bei Lars & Lita ein nettes Zimmer zu einem angemessenen Preis fanden. Nach Phuket gings weiter nach Koh Panghan und von da aus dann nach Koh Tao, wo wir gemeinsam den Open Water Kurs machten und Yannick, einen Freund aus Bern, der hier als Dive Instructor arbeitet, trafen. Danach gingen wir zurück nach Bangkok. Dort frönten wir ein wenig dem Nichtstun und liessen uns nur einmal gehörig abzocken. SIlvester verbrachten wir bei der Central World, in einer Masse von Menschen, wie nie zuvor erlebt. Das Feuerwerk war unglaublich nahe und wahnsinnig laut. Aber gut. Nur das Bier war nicht so gut. Finde ich. Am 3.1 sehr früh morgens gings für ihn dann zurück in die Schweiz und für mich wieder nach Koh Tao. Hier habe ich in den letzten zwei Tagen den Advanced Kurs gemacht und kann nun offiziell tauchen. So richtig.
Ich weiss nicht genau, ob ich noch weiterreisen werde, denke aber schon. Wohin, ist noch unklar. Am 21.1 gehts dann auch für mich wieder nach Hause. Es wird mir schwer fallen, dieses Paradies hier zu verlassen und noch schwerer, wieder in das enge Kostüm meiner Pflichten, Verantwortungen und Gewohnheiten zu schlüpfen.

Aber ihr kennt das ja bestimmt. Irgendwie wirds dann schon gehen.

Liebe Grüsse
Lisa

27.11 – 7.12

Meine lieben Menschen! Es ist Dezember und ich tue, was man dann so tut: Schwitzen wie verrückt, im Meer baden, mich sonnen und die ganze Nacht draussen sitzen, ohne auch nur einmal zu frieren. Ja, das Glück ist mir wohl gesonnen. Das Leben hier in Kep (Kambodscha) plätschert gemächlich vor sich hin und ich lasse mich im lauwarmen Wasser treiben. Frohen zweiten Advent übrigens! Das erscheint alles ein wenig absurd, ich weiss. Aber nun lasst mich zuerst mal resumieren, wie ich hier gelandet bin.

Nach dem letzten Eintrag war ich im Mékong Bamboo Hut. Dort bin ich dann auch noch eine Weile geblieben. Wie in Kambodscha üblich, befand ich mich fast nur unter Franzosen. Flo, Aurélia, Anna, sowie Nanne (er ist Holländer) und ich waren eine gute kleine Truppe. Wir haben zusammen verschiedene Ausflüge unternommen. Unter anderem haben wir uns den „Woman Hill“ und den „Man Hill“ angesehen, zwei sich gegenüberliegende kleine Hügel, mit Tempeln obendrauf. Der „Woman Hill“ hat mir sehr gut gefallen. Wir erklommen in der glühenden Hitze des Nachmittags die 184 Stufen steile Treppe (ja, wir haben sie gezählt!) um oben auf einem kleinen Platz anzukommen, der mit einem frischen Windlein, schönen Aussichtspunkten und absoluter Ruhe im wunderschön gestalteten Tempelpärklein aufwartete. Die Ruhe an den spirituellen buddhistischen Orten ist sehr angenehm und eine willkommene Abwechslung zum ständigen Verkehr und Gebrabbel, sowie dem absoluten Chaos, das in Kambodscha als Normalzustand gilt.

In dieser Konstellation fuhren wir auch einen ganzen Tag lang durchs Hinterland, zu einem der wenigen alten, von den Khmer Rouge verschonten Tempel. Nebst dem schönen, verfallenen Gebäude und einem überdimensionalen goldenen Buddha war es die Fahrt durch die ländliche Gegend, inklusive einer Minifährfahrt über einen kleinen Zufluss zum Mékong, die meine Zuneigung zu diesem Land nochmals verstärkte. Die Natur ist der Wahnsinn! Der nächtliche, einstündige Schauer sorgt dafür, dass die Reisfelder bei Tag unter der gleissenden Sonne in einem unglaublich satten Grün erstrahlen und das Land vor Fruchtbarkeit und Blüte nur so strotzt.

Auf mittlerem Weg hatte Flo einen platten Reifen. Wie es der Zufall wollte, geschah dies genau zwischen der lokalen Werkstatt und der Schule. So liess Flo kurzerhand für zwei Dollar den Schlauch flicken, währenddem wir von Kindern umzingelt und von den Lehrern herumgeführt wurden. Kaum ist ein Weisser in Sicht, ist es im Allgemeinen vorbei mit dem Unterricht: Nicht nur die Kinder schreien begeistert „Hello! Hello!“, sondern auch die Lehrer (allesamt nicht viel älter als ich selbst) kümmern sich um die Gäste und erzählen breitwillig und stolz von der Institution, der Organisation, dem Haus und dem Unterricht. Auf dem Land gibt es nicht viele Schulen und die Bildung der Gesamtbevölkerung hält sich in Grenzen. Die meisten Leute in den Städten sprechen ein wenig Englisch und/oder Französisch – Bauern meist nichts anderes als Khmer. Aber auch in den Städten ist die Armut gross. Menschen, die auf der Strasse schlafen, mit nichts als einer Strandmatte, Kinder, die im Grossstadtverkehr mitten auf der Strasse um Geld betteln: Das ist hier leider keine Ausnahme. Viele Kinder in den grösseren Destinationen gehen trotz vorhandener Schule nicht hin, sondern verkaufen Armbänder oder Feuerwerkskörper, um Geld für die Familie zu verdienen. Nebst der Bildung ist auch die andersweitige Organisation der Bevölkerung nicht gross vom Staat geprägt. Eine Müllabfuhr gibt es nicht. Der Müll wird gesammelt und dann vor dem Haus verbrannt. Wie schädlich das ist, bei all dem Plastik und Kunststoff, brauche ich ja wohl nicht zu erwähnen. Das wäre dann auch schon die Kehrseite der Medaille: Befindet man sich nicht in der reichsten Gegend, in der sich der westliche Standart bereits durchgesetzt hat, liegt überall Müll herum. Ein Umweltbewusstsein ist praktisch nicht vorhanden. Kotzt ein Kind während der Busfahrt in eine Tüte (und das geschieht oft), so wird die Tüte kurzerhand aus dem Fenster geworfen. Das selbe geschieht dann auch mit jeglichem andern Müll. Als ich meine Zigarettengluht ausdrehte und den Stummel in meinem Päcklein verstaute, stand ein ungläubig dreinschauender Khmer mit erstaunt geöffnetem Mund daneben.

Am darauf folgenden Tag fuhr ich mit Nanne zusammen auf einen kleinen „Berg“ (für schweizer Verhältnisse war es jedoch eher ein nicht ganz so flaches Stück Land), auf dem sich eine sehr eigentümliche Tempelanlage befand. Das Gelände war von Statuen verschiedener Tiere und Speisen übersäht. Es gab eine ganze Variation von Früchten, sowie Frühlingsrollen und andere Gerichte, sowie sämtliche Tiere Kambodschas in bunten, leuchtenden Farben. Nach einer kurzen Besichtigungstour fuhren wir, vom Hunger getriebne, wieder Richtung Kampong Cham zurück. Auf halbem Wege entdeckten wir ein kleines Restaurant mit einem fertig gegrillten Barbecue, in das wir uns setzten und eine violette Fanta (Traubengeschmack) tranken. Bei der Frage nach dem Barbecue wurden uns stolz die zwei dazugehörigen, geschmorten Hundeköpfe präsentiert, was uns den Appetit dann doch ein wenig verdarb. Wir lehnten dankend ab und fuhren in die Stadt, um dort etwas sehr westliches zu Essen.

Ich kann nicht garantieren, dass ich das jetzt alles in der richtigen chronologischen Reihenfolge erzähle, deswegen einfach noch eine Erzählung dessen, was wir sonst noch so gemacht haben: Einmal nahmen Mehdi (Franzose), Nanne und ich uns Fahrräder und fuhren auf der Insel herum. Ziel- und Planlos, durch hohes Gestrüpp und ungeteerte Strassen, durch Sand und über Wurzeln. Mein Fahrradsattel war auf der höchstmöglichen Stufe schon zu weit unten, rutschte dann aber währenddem Fahren über die holrige Gegend immer weiter runter, bis meine Knie beim Treten beinahe mein Kinn berührten. Auch meine Füsse waren für die Pedalen zu gross und meine Zehen schliffen mehrmals am Boden entlang. Aber was will man machen? Fahrrad ist Fahrrad.

Ein paar Tage habe ich auch einfach nichts gemacht, mich in die Hängematte gelegt, gelesen, gezeichnet, Musik gehört und Spiele gespielt. An einem dieser Tage kamen Mehdi, Anna, Aurélia, Nanne und Maurice total betrunken von einem kleinen Inselauslfug zurück. Keine fünfhundert Meter vom Bamboo Hut entfernt war eine Verlobungsfeier gewesen. Wie immer, wenn es eine Feierlichkeit gibt, sind Weisse begehrte Gäste. Als sie also nach etwas zu Essen fragten, bekamen sie stattdessen viel, viel Aufmerksamkeit und viel, viel Bier. Als sie zurückkamen, sorgten sie für allgemeine Belustigung und einen tollen Abend. Die Atmosphäre im Bamboo Hut war denn auch sehr familiär und warmherzig.

Am nächsten Tag war Entspannung und Ausnüchterung angesagt. Also: Massage. Mehdi, Paul (Franzose), Nanne und ich fuhren nach Kampong Cham, um uns eine Ölmassage zu gönnen. Wir wurden in einen Raum mit fünf Matratzen geführt und alleine gelassen. Ratlos standen wir vor dem erhöhten Podest und wussten nicht genau, was tun, ausser peinlich berührt lachen und blöde WItze reissen. Als dann endlich ein paar junge Frauen erschienen, baten sie uns, in die rosaroten Pyjamas zu schlüpfen, die in Übergrössen bereitlagen. Gesagt, getan. Ich schlauer Fuchs hatte natürlich mein Bikinioberteil angezogen, und so war es kein Problem, mich umzuziehen. Wie das mit der Ölmassage funktionieren sollte, war uns allen nicht so ganz klar, aber wir verliessen uns da mal auf die Institution. Als die vier jungen Frauen erneut ohne Öl erschienen, erinnerten wir sie an den Massagetyp, den wir bestellt hatten. Achso, hiess es, na dann, ausziehen! Nun ist es ja nicht so, dass ich mit übermässig viel Scham gesegnet bin, aber vier zwar sympathischen, aber doch noch sehr unbekannten Männern einfach so meine Brüste zu zeigen ist dann doch nicht so mein Style. Also schälte ich mich mit Hilfe meiner Masseurin, in ein Frotiertuch gehüllt, aus meinem Bikinioberteil und legte mich auf den Bauch. Die Massage dauerte eine Stunde, in der ich relativ schnell vergass, dass sich noch andere Menschen im selben Raum befinden. Bis auf die vier Masseurinnen, die sich ununterbrochen auf Khmer unterhielten und der fürchterlichen Hintergrundmusik, konnte ich alles andere ausblenden. Für sieben Dollar dann auch eines der besten Preis Leistungsverhältnisse ever!

Ich brach dann mit einer grossen Gruppe auf Richtung Phnom Penh. Da ich so lange in Kampong Cham geblieben war und kein grosses Verlangen nach weiteren Busfahrten verspürte, entschied ich mich dagegen, noch weiter in den Osten zu fahren, und schlug den Weg über Phnom Penh nach Kep ein, da ich am 13. Dezemeber in Bangkok erwartet werde 🙂

In Phnom Penh besuchte ich für ein letztes Mal das 88 Backpackers unde traf Niko und Benoit wieder, die ich im Mékong Bamboo Hut kennengelernt hatte. Zusammen mit Nanne assen wir gemeinsam zu Abend, bevor ich mich dann früh hinlegte und am nächsten Morgen nach Kep aufbrach. Hier angekommen verbrachte ich einen langen Nachmittag im Hostel auf dem Sofa mit Lesen, eine schlaflose Nacht in einem Zimmer neben der Wasserpumpe und einen langen darauffolgenden Tag mit weiterem Lesen, einem kleinen Ausflug auf die Rabbit Island mit noch mehr Lesen. Ich habe in den zwei Tagen zwei Bücher gelesen und meine introvertierte Seite ausgelebt. Danach wurde mir das aber zu langweilig und ich beschloss, mich unters Volk zu mischen. Wie sich herausstellte, war das eine sehr, sehr gute Idee. Ich lernte weitere Franzosen kennen (wer häts dänkt!), aber auch ein paar Schweizer, aus der Romandie (haha). Nun sitze ich nach einigen Tagen des Müssiggangs, des Billard Spielens, Rauchens, Trinkens, Essens und einfach generellen Chillens in der „Villa Kmeleon“, in der alle Volunteers hausen, die in der lokalen Schule unterrichten. Gerade sind wir dabei, die Deko für die Party im Hostel am Mittwoch zu basteln.
Ich habe mich dazu entschlossen, noch bis Freitag hier zu bleiben, weil dann eine ganze Gruppe nach Bangkok fährt und ich mit ihnen ein Taxi teilen kann, was sehr viel angenehmer ist, als alleine Bus zu fahren. Das kostet mich zwar 25$ (5$ pro Tag), was aber immer noch günstiger ist, als mein Visum zu verlängern.

In einer Woche kommt meine Bessere Hälfte in Bangkok an und ich freue mich schon wie verrückt! Für euch heisst das: Ab dann kommen zu den Reiseberichten auch Fotos dazu, weil ich dann meinen Laptop und meine Kamera kriege. Ich freue mich schon darauf, euch auch auf visueller Ebene zu unterhalten.

à toute à l’heure, mes amis!

IMG_0226.JPG

21-27.11

Nun, besonders viel hat sich nicht ereignet. Aber lasst es mich trotzdem erzählen, einfach nur, um mein Deutsch nicht zu verlieren (unter all den Franzosen).
In Phnom Penh hatte ich zum zweiten Mal eine wirklich gute Zeit und entschied mich dazu, eine Nacht länger zu bleiben, also zwei Nächte insgesamt. Den Tag verbrachte ich damit, alles nachzuholen, was ich beim ersten Besuch der Hauptstadt versäumt hatte: Ich besuchte das Nationalmuseum, den Zentralmarkt und das grösste Shoppingcenter und sah mir die Stadt zu Fuss an. Das Shoppingcenter ist das grösste und krasseste in Kambodscha. Laut Internet also the Shit. Ich freute mich schon ein bisschen auf westliche Reinlichkeit und ein bisschen Kapitalismusduft in der Luft (und nein, deswegen schäme ich mich jetzt nicht. Ich hatte einfach ein paar Heimatgefühle). Aber ich wurde zum Glück enttäuscht. Hier hat der Westen noch nicht sehr viel angerichtet. Das ganze Center verfügt über insgesamt acht Stockwerke, in denen sich ein Laden an den anderen reiht. Nur dass die Läden eigentlich Marktstände sind. Das Ganze erinnerte mich an den Laden in der Cityunterführung, visàvis von der Latino Bar.
Wir assen in einem Fast Food Restaurant und es war wirklich erstaunlich gut. Amine, den ich im Hostel getroffen hatte, bestellte das Lustigste auf der Karte: Einen Becher Cola, mit einer Einlage am oberen Rand, durch die nur der Strohhalm durchragt, und die mit Chicken Nuggets aufgefüllt wird.
Am Abend besuchten wir The Flicks, ein Kino, das mit Betten und Sofas ausgestattet ist. Maggie und ihre Freundin (deren Namen ich mir nicht merken konnte), zwei junge Frauen aus Schottland, die in Malaysia unterrichten, kamen auch mit. Es war dann leider eine Romcom, haha. Die zwei hats gefreut, Maggie meinte danach sogar, den Film habe sie sich schon lange mal ansehen wollen. Ich war zufrieden, denn es gab Essen und Sofas und Betten. Was will man mehr?
Am nächsten Tag wollte ich eigentlich nach Kratie weiter, da gibts Süsswasserdelfine. Weil es mich aber angegurkt hat, schon wieder so lange Bus zu fahren, habe ich mich dazu entschieden, in Krong Kampot Cham einen Zwischenhalt einzulegen. Dort angekommen, war ich total verloren. Ich stand an einer Kreuzung wie bestellt und nicht abgeholt und dachte: Ja, genau. Hier bist du jetzt also, alleine, irgendwo in Asien, irgendwo auf dem Land, an einer Kreuzung, Who the Fuck knows where! Also hab ich mich dann auf die Suche nach einer guten Unterkunft gemacht und mich bis ans Mekongufer durchgefragt. Dort hab ich mich in ein Restaurant gesetzt und einen Eistee getrunken. Dann habe ich mir in drei Hostels die Zimmer angesehen, mich für eins entschieden und hab mich dann in ein Kaffee mit gutem Wifi gesetzt. Da hab ich dann drei Leute gesehen, die neben mir sassen, leider aber bald gehen mussten. Es blieb gerade noch genug Zeit, mich davon überzeugen zu lassen, dass ich die Insel und ihr Resort besuchen soll. Ich sagte zu, am nächsten Tag zum Mittagessen zu kommen. Gerade als ich am nächsten Tag mit dem Scooter den Zugang zur Fähre suchte, kamen mir ein paar Roller entgegen und hupten: Es war Flo, der Typ von der Insel, und noch ein paar andere. Ich lernet an dem Tag Flo, Anna, Aurelia, Ben und Nico kennen. Tolle Menschen. Ich schloss mich Ihnen an und wir verbrachten einen tollen Tag, an dem wir mit dem Scooter in ein NGO Dorf fuhren, uns dort die Schule und die Handwerkskünste ansahen, einen Tempel besuchten, tolle Nudeln am Strassenrand assen und viel Spass hatten. Am Abend zog ich vom Hotel auf die Insel. Die Betten hier sind Hängematten oder Matratzen auf dem Boden einer einfachn Holzhütte. Es ist ein kleines, feines Hippiedörfchen und es könnte nicht schöner sein. Ich bin jetzt seit drei Nächten hier und habe noch gar keine Lust, wieder abzuhauen. Meine Pläne sind zwar jetzt ein wenig durcheinander, aber ich werd mir heute mal Zeit nehmen, um meine Pläne zu ordnen, Fotos zu speichern und so weiter und so fort.

Wenn jemand skypen will, bin ich heute den ganzen Tag erreichbar, als bis 23h Lokalzeit, dann geht der Strom aus.

Liebe Grüsse und bis bald
Lisa

10.11 – 21.11

Es gibt ja allerhand nachzuholen und zu erzählen. Wie es der Zufall will, sitze ich auch jetzt gerade wieder in einem Bus Richtung Phnom Penh. Wie es dazu kam, erfahrt ihr jetzt.

Im 88 Backpackers Hostel in Phnom Penh angekommen, lernte ich schnell neue Leute kennen. Ich habe dort gut geschlafen und mir am nächsten Tag die Killing Fields und das Genozidmuseum angesehen. Die Geschichte dieses Landes hat mich sehr berührt und ich war mehr als einmal den Tränen nahe. Ich war sehr froh, nicht alleine da zu sein. Katy und Catherine, zwei Engländerinnen, sowie Paul und Sebastian, zwei Franzosen aus der Bretagne, die alle im selben Hostel hausten, waren auch dabei. Uns allen ging die Geschichte und deren Schilderung nahe und nach dem langen Tag und all den Schrecklichkeiten brauchten wir erstmal ein Bier. Zu fünft in ein Tuktuk gequetscht, fuhren wir quer durch das vorabendliche Phnom Penh um zum russischen Markt zu gelangen. Der Lonely Planet versprach einen sehenswerten grossen Markt mit allem, was das Herz begehrt. Leider schlossen die Stände gerade, als wir ankamen, und es reichte gerade noch, um ein paar schöne Ohrringe zu kaufen. Wir assen in der Nähe zu Abend und gingen dann zurück ins Hostel, wo wir uns Mojitos und Pool Volleyball gönnten. An der Bar konnte man Jamaikanische Zigaretten bestellen, was wir zum Abschluss des Tages taten und dann mehr oder weniger friedlich entschlummerten. Am nächsten Tag ging es dann mit Paul und Seb zusammen mit dem Minivan weiter. Ein Tuktuk brachte uns zum Abfahrtsort. Im. Büro der Transportgesellschaft hing ein Fernseher. Passenderweise wurde während unserer Wartezeit sehr ausführlich über einen Busunfall berichtet. Tabus gibts hier anscheinend nicht: circa fünf Mal hintereinander sahen wir, wie ein LKW frontal mit einem Minivan kollidierte und wie der blutüberströmte Fahrer und andere Verletzte aus dem Auto gezerrt wurden. Wir waren uns sicher: Wenn schon Unfall, dann lieber gleich tot, als so aus einem Autowrack gezerrt zu werden. Mit schönen Bildern im Kopf ging es also in unseren Minivan und ab nach Sihanoukville. Dort angekommen trafen wir sogleich einen Freund meiner französischen Begleiter, Steven, der ebenfalls aus der Bretagne kommt und in Sihanoukville wohnt. Er zeigte uns den Strand mit allen Bars. Zu meinem Entsetzen war es ganz und gar nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Das Wasser war ziemlich dreckig, überall lag Abfall und es reihte sich eine Bar an die andere und aus jedem Schuppen drang viel zu laute Musik. Es war düppig und stickig und man konnte sich keine zwei Meter bewegen, ohne dass einem eine Strandverkäuferin oder Kinder entweder Feuerwerk, Mani- oder Pediküre, Massagen, Armbänder oder sonstigen Krimskrams andrehen wollten. Da sich die wiedergefundenen Freunde unerhört schnell auf Französisch unterhielten und ich sowohl sprachlich als auch ganz real ständig einen Schritt hinterherhinkte, wurde der Nachmittag für mich zum ziemlichen Kraftakt. Dazu kam ich mir dämlich vor, da ich weder wusste, wo wir hingingen, noch gefragt wurde. Wenn ich dann nachfragte, wurde klar, dass sie es selber auch nicht genau wussten, was mich schier in den Wahnsinn trieb. Ich versuchte, mich nicht aufzuregen, und es zu nehmen wie es kommt. Am Abend gipfelte meine schlechte Laune dann in einer regelrechten Krise. Wir waren in einer Backpackerbar, es lief ausrauschbare Musik und ich fühlte mich absolut fehl am Platz. Paul und Seb waren sehr lieb und begleiteten mich zum Hotel, bevor sie dann wieder zurück gingen. Ich war froh, alleine zu sein und Zeit zu haben, mir über mich und meine Reise klarer zu werden.

Am nächsten Tag fuhren wir mit zwei gemieteten Rollern zu einem Strand ein wenig ausserhalb der Stadt. Zuerst sollte es aber noch zur Post gehen, damit ich überschüssige Ware nach Hause schicken konnte. Kaum losgefahren, wurden wir von einem Polizeiposten auch schon wieder aus dem Verkehr gezogen. Unser Vergehen: Wir seien über ein Rotlicht gefahren. Dass das nicht stimmte, weil da gar keine Ampel war und die Ampel davor von allen ausser uns (!!) bei Rot überfahren wurde, war egal. Den Führerschein hatten die zwei Fahrer auch nicht dabei, also mache das je 5 Dollar, soviel, wie der Roller für den Tag gekostet hat. Nach einigem Feilschen wurde klar, dass es dabei bleiben würde und wir ohne die 10 Dollar Weggeld nicht weiterfahren konnten. Mit einem unzufriedenen Grollen wurde also bezahlt. Auf der Post musste ich meinerseits dann einen heftigen Happen bezahlen, weil 3.08 Kilo auf 3.5 gerundet wurden. Es wäre auch sonst teuer gewesen, aber halt nicht ganz so sehr. Ich fühlte mich verarscht. Als wir dann endlich weiterfahren konnten – wir waren total verschwitzt und wollten nur noch ins kühle Nass – wurden wir prompt nochmal rausgewunken, was Paul mit einem sehr angenervten: „Fuck man, that’s the second time in like 10 minutes!“ in Richtung Polizist kommentierte. Mir schwante Böses. Doch zu unserer aller freudigen Überraschung sagte der Polizist darauf: „Ok, then you can go on.“ und winkte uns durch. Am Stand war es schön. Es gab fast keine Leute und die Bar, in die wir uns setzten, spielte entspannende Musik. Ich fühlte mich wieder wohl und hatte mich gefasst. Am Abend assen wir in Sihanoukville sehr lecker beim Chinesen. Danach ging ich früh ins Bett.

Am Tag darauf mietete ich selber einen Roller und wir cruisten zu einem anderen Strand. Der war zwar nicht so schön wie der am Tag vorher, aber auch sehr angenehm. Dort liess ich mich dann von einer Strandverkäuferin ziemlich lange verwöhnen. Maniküre, Pediküre, Augenbrauen Zupfen (aua!!), Ganzkörpermassage. Die nette Dame redete mit mir noch über dieses und jenes und erklärte mir, warum alle kambodschanischen Frauen trotz Hitze so viel Kleidung tragen; um weiss zu bleiben. Das sei hier Schönheitsideal. Vor allem Frauen tragen immer langärmlige Kleidung, lange Hosen und in den Flipflops dünne Zehensocken. Manche tragen auch Handschuhe. Und das in dieser unerträglichen Hitze!
Nach dem Verwöhnritual fuhr ich dann alleine zurück zum Hotel. Die Jungs hatten sich noch Affen ansehen wollen und waren früher weggefahren. Ihre Affenfaszination geht sowieso ziemlich weit! Schon in Phnom Penh wollten sie unbedingt die Affen länger ansehen, die sich an den Stromleitungen entlanghangelten und auch später zog sich das durch.
Am Abend gingen wie jedenfalls zum Stadtstrand und nutzen die Cocktailhappyhour einer Bar. Vermutlich war das der Beginn meiner Magenodysee. Aber davon später. Paul langte ziemlich zu und bestellte einen Margaritha nach dem anderen. Merklich angetrunken wankte er dann mit zum Italiener und sorgte für einiges Gelächter. Wir assen sehr leckere Pizzen. Nach dem Essen verabschiedete sich Paul sehr plötzlich wegen Unwohlseins. Seb, Steve und ich gingen noch Billard spielen und ein paar Bierchen heben. Wir nutzten den Pool des Hotels noch zu einer nächtlichen Erfrischung und assen einen Happen im 24h Shop. Seb verabschiedete sich zwischendurch einmal und kam dann wieder um für Paul Wasser zu kaufen, weil der anscheinend ziemlich litt. Ich ging dann auch mit ins Zimmer und ins Bett.

Am Tag darauf ging es mit der Fähre nach Koh Kong Samloem. Auf der Insel angekommen, war ich wieder enttäuscht. Der Sand war zwar weiss, aber voller Abfall und das Wasser wurde durch mehrere schmutzige Zuflüsse getrübt. Überall wurde gebaut und es pfiff ohrenbetäubend laut. Uns wurde geraten, auf die andere Seite der Insel zu gehen, dort sei es schöner. Also machten wir uns mit Sack und Pack auf, durch denn Dschungel, über den Hügel. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Schweiss in so kurzer Zeit produziert. Der Urwald war dicht und schön, aber wieder fiel uns das extrem laute und penetrante Pfeiffen auf. Wir vermuteten dahinter Anlagen, die grössere Tiere abhalten sollten, und zu pfeiffen beginnen, wenn man sich in die Nähe des Bewegungsmelders gibt. Am anderen Ende der Insel angekommen, mieteten wir sogleich ein Bungalow und stürzten uns dann in das perfekte, saubere Meer. Diese Insel und vor allem der Strand auf dieser Seite, zusammen mit einem einfach perfekten Resort, dem Lazy Beach, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Mich überkam bei der Ankunft eine tiefe Zufriedenheit, die mich die zwei Tage auf der Insel nie verliess. Ich hätte noch viel länger da bleiben können, aber mein Budget liess es leider nicht zu, alleine da zu bleiben. Da nur langfristige Hilfe gesucht wurde, konnte ich auch nicht als Mitarbeiterin da bleiben und musste nach zwei Tagen schweren Herzens wieder gehen.
Abgesehen von meinem psychischen Meditationszustand ging es meinem Körper aber nicht so gut. Die letzte Nacht in Sihanoukville war kurz gewesen, der Tag der Ankuft und Urwaldwanderung anstrengend. Kaum hatte ich am Abend den ersten Happen gegessen, wurde mir schlecht und ich hatte das Gefühl, mir würde schwarz vor Augen. Ich legte mich hin und fiel nach ein paar weiteren Versuchen, Nahrung aufzunehmen, unverrichteter Dinge in einen komatösen Schlaf. Seb weckte mich später und ich legte mich ins Bungalow, wo ich jedoch immer wieder aufwachte und im Morgengrauen auch mal fluchtartig das Klo aufsuchen musste. Am zweiten Tag ruhte ich mich dann so richtig aus, schlief viel und ass vorsichtig. Leider legte sich das mit dem Magen bis und mit gestern nicht. Es ging aber immer irgendwie und war meistens nicht so schlimm, dass es mir die Laune verdarb.

Ich glaube wir alle wollten eigentlich nicht weg, sahen aber keine andere Lösung, weil der Aufenthalt unser Budget doch sehr strapazierte. Wir wurden netterweise mit einem traktorähnlichen Gefährt samt Gepäck auf die andere Seite gefahren und mussten so nicht nochmal zu Fuss gehen. Leider mussten wir aber auf der anderen Seite der Insel lange warten, weil der Seegang stark war und die Fähre Verspätung hatte. Mir ging es unterdessen nicht besser. Ich hatte Hunger, aber auch Angst zu essen und würgte dann ein wenig blanken Reis runter, was die Sache zwar ein wenig erträglicher, aber nicht wirklich besser machte. Die schwankige und sehr unruhige Fährfahrt trug ihr Übriges dazu bei, und als wir in Sihanouk ankamen, war ich absolut zerstört und froh, mich hinlegen zu können. Wir übernachteten nochmals eine Nacht im selben Hotel und machten uns am nächsten Tag mit dem Bus auf Richtung Tatai.

Ein Minivan holte uns ab und brachte uns zu dem Abfahrtsort. Dort warteten wir ungefähr eine Stunde. Dieser Bus war gross und fuhr angenehm, aber langsam. Nach zwei Stunden hielten wir an einer Kreuzung im Nirgendwo an und wir mussten, zusammen mit ein paar anderen Leuten, aussteigen. Es käme ein zweiter Bus, der dann weiter Richtung Koh Kong fahre. In einer Stunde. Wir setzten uns ins nächstbeste (und einzige) Restaurant und spielten alle zusammen UNO. Nach einer Stunde begannen wie uns zu wundern und fragten einen Typen vom Restaurant, ob und wann der Bus denn komme. Er sagte, um 4. Nach einer weiteren Stunde UNO und warten war der Bus immer noch nicht da. Um 5 kam er dann. Wir fuhren noch einige Stunden und hielten dann in absoluter Dunkelheit an. Tatai. Wir stiegen aus und der Bus fuhr weg. Ich dachte: Ohä! Und just in dem Moment sah ich ein Schild, auf dem GUESTHOUSE stand. Wir sagten Hallo und fragten, ob es noch Zimmer gäbe. Ja, gab es. Sogar mit Strom.
Wir brachten unsere Sachen auf die Zimmer und assen etwas zu Abend. Wie es der Zufall wollte, organisierte die Familie, bei der wir untergekommen waren, auch Dschungeltrekking mit Übernachtung. Wir besprachen alles mit Dyna, unserem Guide, und verabredeten uns für den nächsten Tag. Um 8 Uhr ging es nach einem kleinen Frühstück los und ab in den Urwald. Zusammen mit fünf anderen Leuten quetschten wir uns samt den drei Führern in einen Pick Up. Also zwölf Leute insgesamt. Es klappte fabelhaft. Am Waldrand liess man uns aussteigen und wir traten ein in eine grüne, laute Welt voller Hindernisse, die es zu überwinden galt. Vor allem die kleinen Blutegelchen mauserten sich zur grössten Plage. Ich habe es als einzige geschafft, keinen von denen aufzulesen. Wie? Mit viel Insektenspray, den Leggins in den Socken, ständigem Nachprüfen ob auch keiner auf dem Weg ist und viel, viel Glück.
Wir wanderten also sieben Stunden durch den Dschungel. Über Bäume und Bambus, unter umgefallenen Ästen hindurch, geduckt, geklettert, gestiegen und gekrochen. Mittagessen gab es auf einem Blätterteller. Reis, Gemüse und Fleisch. Am Ende des Tages kamen wir dann bei kleinen Wasserfällen an, wo wir badeten und uns entspannten. Zwei Leute und einer der Guides gingen dann wieder zurück, da sie nicht im
Dschungel schlafen wollten. Blieben also noch neun Leute, die da blieben. Es gab Barbecue, Musik und Schnitzereispass, einige Blödelei und Schnaps. Dann machten sich einige auf eine Nachtwanderung auf, zu der ich jedoch zu müde war. Ich haute mich in die Hängematte, wo ich auch bis zum Morgengauen relativ gut geschlafen habe. Dann wurde es ein wenig kalt und mein Magen meldete sich wieder. Ich war froh, als wir wieder zurück in die Zivilisation gingen. Der zweieinhalbstündige Rückmarsch verlangte mir viel ab. Das Mittagessen danach war mehr als nötig. Nach dem Essen ging es mit dem Boot weiter zu den grösseren Wasserfällen. Dort badeten und kletterten wir wie Kinder den ganzen Nachmittag herum und die Männer gingen ihrer Affenfaszination nach, indem sie um die tausend Fotos schossen und sich dem Affen dann in heller Aufregung sogar so weit näherten, dass sie ihn streicheln konnten. Als wir dann endlich gehen konnten, waren sie alle seelig glücklich wegen den Affen. Soll mal einer das verstehen. Haha. Dyna fuhr uns dann nach Ko Kong, in die nächste Stadt, wo ich in ein Hotel eincheckte und nicht mehr viel tat, ausser zu Skypen und mich dazu zu entschliessen, heute nach Phnom Penh zurückzukehren, um dann in den Norden und Osten, und später Richtung Laos zu reisen.

Jetzt sitze ich immer noch im Bus, befinde mich jedoch schon in Phnom Penh, wo der Fahrer sich wacker durch den Grossstadtverkehr kämpft. Ich bin jetzt wieder alleine unterwegs und freue mich darauf, heute Abend im 88 Hostel zu chillen, bevors dann morgen weitergeht.

Wenn ihr das jetzt wirklich alles gelesen habt: Respekt und danke. Ich werde mich bemühen, weiterhin zu schreiben.

Liebe Grüsse!
Lisa

Montag, 10.11.2014

In Bangkok habe ich eine Engländerin, einen Engländer und einen Kanadier kennengelernt, die ebenfalls jeweils alleine unterwegs waren. Mark, der Engländer, verkündete dann auch gleich, dass er am nächsten Morgen nach Kambodscha fliegen würde, und zwar nach Siem Reap, der Stadt neben den Angkor Tempelanlagen. Ich entschloss mich dazu, mitzugehen, weil Bangkok mir ein bisschen zu viel wurde und ich eigenltich keine Lust hatte, noch eine Nacht länger in dem Hostel zu bleiben. Wir verbrachten noch den Abend zusammen und liessen kleine Böötchen mit Kerzen in den Fluss hinunter, weil gerade auch noch das Lichterfest stattfand. Am nächsten Morgen gings dann, nach einer ziemlich schlaflosen Nacht (zu heiss, zu nervös, zu viel Bedenken wegen den nicht sichtbaren Tieren im Zimmer) um sieben Uhr in der Früh mit dem Taxi los zum Flughafen.
Der Flug war kurz und schmerzlos, auch wenn ich mich ein bisschen behindert fühlte. Ich hatte mir am Morgen aus Zeitnot einfach einen Turban aus einem Schal gebunden, weil meine Haare aussahen, wie ein Vogelnest. Irgendwie fühlte ich mich dann aber doch ein bisschen unwohl damit und war froh, als wir landeten und ich wusste, dass ich bald duschen konnte.
Der Flughafen in Siem Reap sah aus, wie ein Spa Resort, was mich zuversichtlich stimmte. Das Land, das wir im Flug überquert hatten, war voller Wasser und sehr grün, in satten Tönen. Es war eine richtige Wohltat nach der Grossstadt, in der ich ja nur 2 Tage war, wieder Natur zu sehen. Und zwar im Überfluss. Grosse Teile des Landes sind unbesiedelt und einfach wild. Sogar der Flughafen war begrünt.
Nachdem wir durch die ganzen Visa Verfahren durch waren und unser Gepäck geholt hatten, machten wir uns auf zum Hostel. Mit einem Tuktuk fuhren wir ca. eine halbe Stunde durch die brütende Mittagssonne. Im Hostel angekommen wurden wir mehr als nett begrüsst und in unser Zimmer gebracht, das über – Halleluja – Klimaanlage verfügte.
Mark wollte unbedingt zum Sonnenaufgang am nächsten Tag den Tempel besichtigen, also mussten wir um 4.15 los. Mit einem Tuktuk gings Richtung Tempel. Ich hatte leider schon wieder nicht sehr gut geschlafen und fühlte mich ein bisschen angeschlagen. Bei der Kasse zum Angkor mussten wir dann noch eine halbe Stunde warten, weil das Ticketoffice erst um 5 Uhr öffnete.
Wir haben uns aber wacker geschlagen und uns die gesamte Tempelanlage inklusive all den anderen Tempelanlagen angesehen.
Danach waren wir butterweich geschmolzen und wollten nur noch duschen und schlafen. ALso zurück ins Hostel. Wir beschlossen, noch einen Tag zu verlängern, den ich dann grösstenteils dazu nutzte, Schlaf nachzuholen und eine Busfahrt nach Phnom Penh zu buchen.
Heute Morgen also ab in den Bus. Mark hingegen verabschiedete sich in RIchtung Flughafen und nach Ho Chi Minh, Vietnam. Die Busfahrt war, ja, was soll ich sagen. Ein Erlebnis. Ich wurde noch nie in meinem Leben so heftig durchgeschüttelt, fünf Stunden lang. Hupen ist hier übrigens ein Zeichen für alles: Wir fahren weiter, Achtung ich überhole, geh mal zur Seite, Achtung ich komme oder auch einfach so, weil man jemanden kennt. Wenn unser Busfahrer nicht überholen konnte, fuhr er dem Bus vor uns einfach so lange so nahe wie möglich auf und hupte ununterbrochen, bis dieser den Weg freigab. Eins muss man ihm lasseny. Wir waren bestimmt die Schnellsten. Jetzt bin ich gerade im Hostel angekommen und total kaputt. Ich werde mich aber davor hüten, zu schlafen, weil das mit dem Rythmus sonst nie klappt.

Fotos und das schockierende Video der durchrüttelten Busfahrt folgen.

Ankunft Bangkok

Der Abschied von zuhause fiel mir erstaunlich schwer. Ich war ja schon mal weg – ein halbes Jahr lang. Diesmal sollen es nur 3 Monate sein, aber es fiel mir dennoch schwerer. Irgendwie hatte ich mich zuhause richtig gut eingefunden. Aber der Flug war gebucht, die Reise fest geplant. Daran gab es nichts zu ändern. Und nun bin ich tatsächlich hier, sitze auf einem sehr instabilen Schaukelstühlchen in einem Restaurant an der Kao San Road und habe mir bereits einen Eiskaffee bestellt, wie es mir Christian aufgetragen hat. Ich habe das Gefühl, dass es nicht der letzte bleiben wird.
Wie bereits erahnt, gibt es hier sehr viele Backpacker. Das ist doch schon mal was. Fassen kann ich das Ganze hier noch nicht. Ich bin noch nicht wirklich hier.
Heute Morgen um 11, also bei euch so 6 Uhr früh, bin ich gelandet. Geschlafen habe ich nicht sehr viel, weil man auf dem Langestreckenflug mehr oder weniger aktuelle Kinofilme gratis ansehen konnte.

HALT!

Gerade ist eine Ratte sehr gemütlich ein paar Mal neben meinem Tisch hin und her gegangen (nicht mal gerannt!), und dann seelenruhig unter dem etwas erhöhten Boden des nächsten Tisches verschwunden. Ich weiss nicht, ob ich alleine sie gesehen habe, oder ob sonst einfach niemand reagiert. Zwar, vielleicht hat das Baby am nächsten Tisch sie gesehen, das schreit nämlich jetzt wie am Spiess. Was ich angesichts der Gechilltheit der Ratte ziemlich unangberacht finde. War irgendwie ’ne coole Ratte. Voll gemütlich. Ratt Marley.

Na jedenfalls wegen dem Flug. Ich hab mir Filme reingezogen und meine Sitznachbarin kennengelernt. Sie heisst Esther. Esther (ich hoffe man schreibt Sie mit TH, ansonsten: Sorry!) ist pensoniert/pansioniert/pengsioniert/pangsioniert (wie auch immer!) und hat ein Bungalow in Hua Hin. Dort ist sie zusammen mit einem befreundetetn Paar heute hingeflogen. Sie haben dann noch den Bus genommen, ich den Zug in die Stadt. Im Zug in die Stadt habe ich dann noch Stefan kennengelernt, der ein bisschen irre Augen hat, aber sehr nett war. Er hat mir dann auch gleich sehr viele Tipps gegeben, die mich ein bisschen überfordert haben. Gut also, dass er sie mir noch per Mail zukommen lässt.

Mit dem Zug bin ich also bis Makkasan gefahren und dort habe ich die Metro bis irgendwo in die Stadt und dann da ein Taxi. Der Linksverkehr ist sehr verwirrend, vor allem weil der Fahrer auf der Beifahrerseite sitzt! Komische Sache. Ich hatte dafür ein pinkes Taxi mit unglaublich wunderschönen Sitzpolstern.

Am einen Ende der Kao San Road wurde ich dann mit Sack und Pack abgesetzt. Die Luft hier sollte man sich ungefähr so vorstellen, wie wenn man in ein Badezimmer hineinkommt, in dem jemand zuvor eine halbe Stunde mit 40 Grad heissem Wasser geduscht hat. Zum schneiden. Die U-Bahn, der Zug und die Taxis sind jedoch etwa so sehr runterklimatisiert, dass ich mir richtig zuhause vorgekommen bin.
Angekommen am einen Ende der Kao San Road hatte ich natürlich nicht die geringste Ahnung, was zu tun war. Mit meinem Hotel Voucher in der Hand ging ich also die Strasse entlang und liess mir von jedem zweiten (echt jetzt), ungefragt den Weg erklären. Alle wollte mir helfen. Fast ein bisschen zu nett. Ich hatte immer das Gefühl, gleich kommen noch 4 andere und wollen mir was vollkommen Hirnrissiges verkaufen. Aber ich konnte immer nett lächelnd und dankend nein sagen. Auch gut.

Mein Hostel liegt also am Ende der Strasse, in die nächste, am Ende der Strasse im hintersten Ecken der nächsten. Es ist, sagen wir es mal so, dem Preis angemessen. Ich habe unter 20 Franken für 2 Nächte bezahlt. Als ich ankam, war ich aber so dankbar um die Dusche und ein Bett, dass es mir vollkommen Wumpe war, dass die Dusche und das Klo ein und dasselbe sind. Die Eisenspiralen in meinem Bett waren mir auch egal. Ich bin zufrieden. Ich wusste ja, dass ich keinen Luxus erwarten konnte. Und ich hab einen Ventilator im Zimmer. Das ist doch geil! Ich hab dann gleich 2 Stunden genickt und habe mich jetzt aufgerafft. Im Moment sitze ich, wie bereits erwähnt, in einem Restaurant. Es ist so richtig wie im FIlm. Mega komisch. Das Essen war gut, die Ratte gechillt.

Als nächstes werde ich versuchen, mir ein Handy mit einer Prepaid Karte zu besorgen und dann mal Jo Schlapbach treffen, der hier wohnt.

Liebe Grüsse!
Lisa